- Heureka Conference, Perspektive

AKK: „Startups brauchen bessere Rahmenbedingungen“

Weil aus der Startup-Szene ein Teil des künftigen Mittelstandes erwächst, brauchen junge Gründer eine bessere Förderung als bisher. Das sagte Unions-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf der diesjährigen Heureka in der Berliner Malzfabrik: „Die bisherigen Rahmenbedingungen sind viel zu bürokratisch und nicht auf junge Unternehmen zugeschnitten.“ Neben finanzieller Förderung fehle den Unternehmen vor allem der Zugang zur Wissenschafts- und Forschungsszene, sagte sie.
Außerdem müsse geregelt werden, wo junge Unternehmen neue und qualifizierte Mitarbeiter herbekämen. Dazu gehöre das Thema Digitale Bildung in die Schulen. „Wir wollen, dass kein Kind ohne digitale Kenntnisse die Schule verlässt“, so Kramp-Karrenbauer. Außerdem sei sie froh, dass das Fachkräftezuwanderungsgesetz auf den Weg gebracht worden sei. Denn ein Mangel an Fachkräften sei nicht nur eine „Frage des Geldes, sondern der Rahmenbedingungen“.

Auf die Frage, ob wir den Kampf der Plattform-Ökonomie weltweit schon verloren haben, wiederholte Kramp-Karrenbauer ihre Forderung nach einer Regulierung der großen US-Konzerne. Nur so könne ein Level Playing Field geschaffen werden. Es sei kein Geheimnis, dass die großen Plattformen nicht aus Europa kommen. „Wir müssen ganz nüchtern überlegen, wo unsere Stärken sind und ob es sich überhaupt noch lohnt, in diesen Bereich zu investieren.“ Auf jeden Fall müsse man das Thema KI „europaweit zusammennehmen und die Kräfte entsprechend bündeln“.
Keine Selbstausbeutung in Startups
Außerdem müsse man sich ihrer Meinung nach mehr mit dem Thema Arbeitszeitprotokollierung für Startups beschäftigen. Oft seien die Arbeitszeitmodelle in jungen Firmen mit denen anderer Unternehmen nicht zu vergleichen. In Startups zähle, dass es am Ende der Woche ein Ergebnis gebe, sagte die CDU-Chefin. „Da merkt man, dass diese Regelungen nicht passen für diese Art von Unternehmen.“ Auf der anderen Seite müsse man aufpassen, dass es keine Selbstausbeutung gebe.

AKK vs. Internet:

Influencen ja, aber bitte ohne Kritik

Annegret Kramp-Karrenbauers Äußerungen zeugen von einem fragwürdigen Demokratieverständnis. Dabei findet die CDU Influencer eigentlich gut. Nur nicht die kritischen.

Der Grund, warum weniger Startups von Frauen als von Männern gegründet werden, sieht die CDU-Chefin in einem Mangel an weiblichem Nachwuchs in technischen Berufen. Generell forderte sie deshalb: „Frauen müssen mehr gründen.“
Bild: Chris Marxen