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Bezahldienst: Paypal will in Berlin mehr als 300 Mitarbeiter entlassen

Nutzerin mit Paypal-App: Die Entlassungen am Berliner Standort kämen „mehr als überraschend“, sagt die Gewerkschaft Verdi.
Der Zahlungsdienst Paypal plant Massenentlassungen in Berlin: Am Standort im Stadtteil Wilmersdorf sollen 309 von derzeit 355 Stellen wegfallen, mehr als 87 Prozent der Belegschaft. Das wurde dem Betriebsrat laut der Gewerkschaft Verdi in der vergangenen Woche mitgeteilt.
In Berlin-Wilmersdorf arbeiten laut Märkischer Allgemeiner Zeitung (MAZ) vor allem Kundenbetreuer für die Konzerntochter Paypal Europe SE. Ob auch der Standort im brandenburgischen Dreilinden vor den Toren der Stadt vom aktuellen Stellenabbau betroffen ist, ist demnach nicht bekannt. Dort gebe es für die 150 Beschäftigten seit 2015 keinen Betriebsrat mehr. Laut Verdi hat es dort in den vergangenen Wochen aber auch „umstrukturierende Maßnahmen“ gegeben.
„Mehr als überraschend“
„Angesichts der hervorragenden Unternehmensergebnisse der vergangenen und insbesondere des letzten Jahres“ seien die Entlassungen in Wilmersdorf „mehr als überraschend“ schreibt Verdi in einer Mitteilung. Die Geschäftsleitung habe bislang keine wirtschaftlichen Daten vorgelegt, um den Schritt zu begründen, sagte der Bereichsleiter der Gewerkschaft zur MAZ.
Der Betriebsrat verhandele bereits mit Paypal, heißt es. „Klares Ziel ist, die Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten“, lässt sich der Vorsitzende Anselm Mathes in der Verdi-Mitteilung zitieren. „Inwieweit die Möglichkeit besteht, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen.“
Gründerszene hat Paypal um Stellungnahme zu den Gründen für die Massenentlassungen gebeten. Daraufhin teilte das Unternehmen lediglich mit, Wilmersdorf werde „neu strukturiert“, weil Paypal „regelmäßig die Struktur und personelle Besetzung seiner globalen Standorte“ überprüfe. Nun schlage man vor „dass Teile der Arbeit von den Teams in Berlin-Wilmersdorf an andere PayPal- Standorte oder die externer Partner verlegt werden“.
Bild: Paypal; Hinweis: Wir haben den Artikel um die Stellungnahme von Paypal ergänzt.