- Automotive-mobility, Ngin-teaser

Elektromobilität: Warum sich der Launch der Elektro-„Knutschkugel“ Microlino verschiebt

Die Auslieferung des Microlino mit der markanten Fronttür verzögert sich weiter.
In den 60er-Jahren war die „Knutschkugel“ genannte BMW Isetta ein beliebter Kleinwagen. Im Heck knatterte ein Boxermotor mit 250 oder 300 Kubik und neun oder 13 PS. Einsteigen musste man durch eine Frontklappe. Auf der Sitzbank fanden zwei Personen Platz – schlanke Menschen jedenfalls. 1963 wurde die Produktion eingestellt. In Wirtschaftswunderzeiten waren die Ansprüche der Kunden gestiegen. Und da musste es ein VW-Käfer oder Opel Kadett sein.
Die Schweizer Micro Mobility Systems AG hat die Design-Idee der Isetta übernommen und zu einem Elektro-Leichtfahrzeug für Städte weiterentwickelt. 15.000 Interessenten haben ein Auto reserviert. Doch aus der Lieferung wird vorerst nichts. Grund sind Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Entwickler und dem Produzenten.
Microlino-Erfinder kritisiert Qualität
Microlino begründet den Aufschub damit, dass der Qualitätsstandard der Vorserienmodelle nicht den Anforderungen des Entwicklers entspreche. Auch die Verlagerung der Produktion nach Deutschland habe „sehr viel Zeit gekostet“. „Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, den Auslieferungsstart zu verzögern, um TMI [dem Produzenten, Anm.d.Red.] mehr Zeit zu geben, die Entwicklung abzuschließen und den Microlino kundentauglich zu machen“, erklärt Wim Ouboter, der Erfinder des Gefährts.
Ein neuer Launch-Termin wird in der Mitteilung des Unternehmens nicht genannt. Ursprünglich war von einem Marktstart in der zweiten Hälfte 2018 die Rede, dann Anfang 2019 und schließlich April 2019. Immerhin können die Besteller ihren Microlino jetzt konfigurieren, wie das Unternehmen mitteilt. Zuletzt war von einem Verkaufspreis von 12.000 Euro die Rede.
Auch der E.Go Life verzögert sich
Auch andere Elektroauto-Hersteller haben Startprobleme: Der Elektrokleinwagen e.Go Life des Streetscooter-Erfinders Günther Schuh werde drei Monate später als geplant verkauft, teilte das Startup im Oktober 2018 mit. Als Grund wurden hier nach dem Dieselskandal verschärfte Corporate-Governance-Regeln der Zulieferer genannt. Während die ersten Exemplare im Mai 2019 ausgeliefert wurden, hieß es, der frei konfigurierbare E.Go Life werde erst im Herbst dieses Jahres in den Verkauf gehen.
Der Mobilitätsanbieter Sono Motors hat unterdessen 10.000 Reservierungen für sein Elektroauto Sion erreicht. Dem Münchner Unternehmen ist es damit gelungen, die Zahl der kostenpflichtigen Reservierungen seit Juni 2018 zu verdoppeln. Die Produktion soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 im früheren Saab-Werk in Schweden beginnen.Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Bild: Microlino