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Expansion: Versicherungs-Unicorn Lemonade startet in Deutschland

Die Lemonade-Gründer Daniel Schreiber und Shai Wininger (von links) waren bereits vorher als Unternehmer tätig.
Es ist eines der bestfinanzierten Tech-Startups der Welt. Erst kürzlich kamen Gerüchte auf, dass schon bald ein Milliarden-Börsengang anstehen könnte. Nun gibt Lemonade seinen Start in Deutschland bekannt. Kunden können sich ab heute eine Haftpflicht- und Hausratversicherung per App kaufen. Mit einfachem Anmeldungsprozess und Schadensmeldungen will Lemonade eine junge Zielgruppe erreichen.

Lemonade-Gründer Daniel Schreiber wird am 12. Juni auf der Heureka Conference 2019 sprechen. Die Tech- und Startup-Konferenz von Gründerszene findet in der Malzfabrik in Berlin statt. Weitere Speaker sind u.a. Influencer Fynn Kliemann, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und DHDL-Investor Ralf Dümmel. Mehr Infos und Tickets gibt es hier.

Das Unternehmen – 2015 von Daniel Schreiber und Shai Wininger gegründet – heizt mit der Expansion auch den Wettbewerb unter den Versicherungsstartups hierzulande an. In Deutschland sind etwa One, das zur Wefox-Gruppe gehört, Coya und Getsafe mit ähnlichen Angeboten am Markt. In Deutschland sind Vergleichsseiten wie Check24 eine wichtige Quelle für Versicherungsangebote. Daniel Schreiber sagt gegenüber Gründerszene, sie würden nicht mit Check24 und Co. zusammenarbeiten. Vor allem persönliche Weiterempfehlungen und digitale Werbung sollen das Wachstum bringen, sagt er.

Lemonade:

Ein Unicorn auf dem Sprung nach Europa

Das Startup Lemonade erhielt kürzlich eine Riesenfinanzierung von Softbank. In wenigen Jahren ist es zu einer wichtigen Versicherung aufgestiegen. Was steckt dahinter?

Lemonade besitzt eine Versicherungslizenz in den Niederlanden, dort ist auch der europäische Hauptsitz. Als Partner für die Rückversicherung wird Axa Deutschland fungieren. Die Versicherung ist genauso wie die Allianz an dem Startup beteiligt. Der deutsche Kundenservice werde ebenfalls aus Amsterdam organisiert, viele Anliegen soll ein Chatbot in der App klären. „Bei wichtigen Anliegen gibt es einen menschlichen Ansprechpartner“, der auch deutsch spreche, sagt Schreiber. Die Versicherungskonditionen sollen besonders einfach verständlich formuliert sein, dafür habe Lemonade seinen Entwurf auf die Entwicklerplattform Github hochgeladen, um Anregungen zu erhalten.
Insgesamt 500.000 Versicherungen hat Lemonade nach eigenen Angaben bereits verkauft, im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 57 Millionen US-Dollar. In diesem Jahr soll das Geschäft noch einmal kräftig wachsen – auf 100 Millionen Dollar Umsatz. Die Besonderheit beim Geschäftsmodell von Lemonade: Das Startup behält 25 Prozent der gezahlten Beiträge ein. Die Summe, die nicht in die Schadensregulierung fließt, spendet das Unternehmen nach eigenen Angaben an wohltätige Organisation, die sich die Nutzer aussuchen können. In Deutschland gehören dazu Viva Con Aqua und Terre des Femmes. So solle die Versicherung nicht den Anreiz haben, den Kunden mögliche Schäden nicht zu ersetzen, sagt Schreiber.

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Bei den Download-Zahlen handelt es sich um Schätzungen des Analyse-Tools Priori Data.
Bild: Lemonade