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Fintech: Berliner Fintech Finiata orientiert sich neu

Jan Enno Einfeld leitet seit einem Jahr die Geschäfte von Finiata.
Etwa ein Jahr ist es jetzt her, dass Sebastian Diemer sein Factoring-Startup Finiata verlassen hat. Seit der Gründer nicht mehr an Bord ist – und mit seinem Cannabis-Startup Farmako gerade für Schlagzeilen sorgt – ist es um das Berliner Fintech ruhig geworden. 
Im Hintergrund hat der ehemalige Comdirect-Manager Jan Enno Einfeld die Geschäfte übernommen. Er soll das Unternehmen wieder auf Bahn bringen, denn im Laufe des vergangenen Jahres hätten sich die Geschäfte nicht gut entwickelt, lautet die Einschätzung eines Investors. Insgesamt zwei Millionen Euro erhielt das Startup nach Gründerszene-Informationen vor einigen Monaten noch einmal, in Form eines Wandeldarlehen. Ein Finanzinstrument, das auch in Umbruchphasen verwendet wird.
Der große Konkurrent Billie steht gerade kurz vor einer großen Finanzierungsrunde, wie Deutsche Startups zuerst berichtet hatte. Doch wie ist die Lage bei Finiata mittlerweile? Zu den Zahlen will sich der CEO nicht äußern, bestätigt das Wandeldarlehen aber gegenüber Gründerszene.
Strategisch richtet Einfeld Finiata derweil neu aus. Schon Ende des vergangenen Jahres habe das Berliner Unternehmen ein Kreditprodukt für Kleinunternehmer mit einer Laufzeit von sechs Monaten in Polen ins Angebot aufgenommen. Der wichtigste Markt für das Unternehmen, das sonst noch in Deutschland aktiv ist. Das Produkt laufe gut an, heißt es vom Finiata-Chef. Der monatliche Umsatz habe sich Vergleich zu Dezember mittlerweile mehr als verdoppelt.
Auf Nachfrage von Gründerszene kündigt der Geschäftsführer an, das Fintech zu einem Banking-Startup zu entwickeln. „Wir werden unseren Small-Business-Kunden eine automatisierte ‚Finanzabteilung‘ zur Verfügung stellen, die sie mit einem Daumen auf ihrem Telefon steuern können“, schreibt Einfeld. Bislang lag der Fokus von Finiata auf dem Factoring, also dem traditionellen Bankgeschäft, bei dem ein Finanzdienstleister die Rechnungen eines Unternehmens vorfinanziert.
Beim Thema Business-Banking trifft Finiata auf starke Konkurrenz: Finleap hat kürzlich Penta gekauft, das sich darauf spezialisiert hat. Auch die Anbieter Holvi und Kontist sind in dem Markt aktiv.

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Bild: Finiata