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FinTech: Berliner Fintech Raisin expandiert in die USA

Die Raisin-Gründer Michael Stephan, Tamaz Georgadze und Frank Freund (von links)
Das Berliner Startup Raisin ist eines der wichtigsten deutschen Fintechs. Es vermittelt über seine Plattform Weltsparen Tages- und Festgeldanlagen bei europäischen Banken, die Kunden erhalten dafür zurzeit bis zu 1,25 Prozent Zinsen bei einer einjährigen Laufzeit. Erst Anfang des Jahres hat es von Wagniskapitalgebern 100 Millionen Euro bekommen. 
Jetzt wagt Raisin den Schritt in die USA. Dort gibt es zwar einen höheren Leitzins von zurzeit 2,5 Prozent. Davon  profitieren private Kapitalanleger allerdings kaum, denn der Zugang zu entsprechenden Finanzprodukten ist kompliziert und der Markt intransparent. Der durchschnittliche Zinssatz auf Spareinlagen beträgt in den USA im Durchschnitt nur 0,01 Prozent. Raisin will das ändern und Anlagen von verschiedenen Banken auf seiner Plattform anbieten.
Das Fintech hofft auf gute Geschäftschancen. Schließlich beläuft sich der Einlagenmarkt der USA auf ein Volumen von 12,7 Billionen US-Dollar. Haushalte sollen nach Recherchen des Fintechs im Mittel (Median) über Ersparnisse von 11.700 Dollar verfügen. Ihre Sparquote liege bei 7,3 Prozent – weniger als in Deutschland, wo durchschnittlich 10,4 Prozent des Haushaltseinkommens auf die „hohe Kante“ gelegt würden.
Raisin mit 175.000 Kunden
Die Banking-Plattform Weltsparen wurde 2012 von Tamaz Georgadze, Frank Freund und Michael Stephan gegründet. Seit 2013 haben nach eigenen Angaben mehr als 175.000 Kunden Spareinlagen im Wert von 13 Milliarden Euro bei mehr als 75 Partnerbanken angelegt. Das Startup ist mit 170 Millionen Euro finanziert. Raisin hat zuletzt die Frankfurter MHB-Bank übernommen.
Nur wenige deutsche Fintech-Startups gehen in die USA. Der Markt gilt als schwierig. Die Digitalbank N26 gab im Oktober 2017 bekannt, in den USA starten zu wollen. Der Launch war zunächst für Mitte 2018 geplant, dann für das erste Halbjahr 2019. Zuletzt war in Mitteilungen nur noch von 2019 die Rede. Gründer Valentin Stalf hatte Anfang Mai der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, man wolle in „acht bis zwölf Wochen“ in den USA loslegen.

Raisin-Chef:

„Gibt es keine gute Unternehmenskultur, merkt man das sofort“

Tamaz Georgadze spricht darüber, was eine gute und nachhaltige Unternehmenskultur ausmacht. Das Team steht dabei für ihn an erster Stelle, sagt der Raisin-Gründer.

Bild: Raisin