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Identifikation: IDnow holt neuen CEO und gibt Umsatzziel von 100 Millionen Euro aus

Der neue IDnow-Chef Andreas Bodczek hat das Werbetechnologie-Unternehmen Fyber aufgebaut und für einen dreistelligen Millionenbetrag verkauft.
Das Münchner Startup IDnow verkündet neue Ziele: In fünf Jahren sei ein Jahresumsatz von 100 Millionen Euro angepeilt. 2018 habe das Unternehmen erstmals einen zweistelligen Millionen-Betrag erzielt, genauere Zahlen will das Unternehmen nicht verraten. Zum Vergleich: Der Wettbewerber WebID spricht von einem Umsatz von elf Millionen im vergangenen Jahr. Mit dem Service von IDnow können sich zum Beispiel Bankkunden für ein Konto per Videochat identifizieren. 
Für das weitere Wachstum holt das Fintech nun einen erfahrenen Manager an Bord: Andreas Bodczek kommt als CEO. Er war zuvor Chef von Telefonica Deutschland und hat das Adtech-Startup Fyber mitaufgebaut und für einen dreistelligen Millionenbetrag verkauft. „Wir schalten jetzt in den Growth-Modus und haben für diese Phase einen neuen CEO gesucht“, sagt Felix Haas, der Mitgründer von IDnow. Rupert Spiegelberg, der bisherige Chef, verlässt das Unternehmen mit unbekanntem Ziel.
Bodczek und das Führungsteam planen eine große Expansion innerhalb Europas, mit neuen Standorten in Frankreich und Großbritannien. Außerdem will IDnow Unternehmenskunden in weiteren Branchen finden. „Bei Mobilitäts-Unternehmen gibt es mittlerweile Nachfrage nach unserem Identifikations-Service“, sagt Bodczek. Dazu zählen etwa Carsharing-Anbieter. Bislang gehören vor allem Finanzunternehmen wie Wirecard, N26 oder Smava zu den Kunden von IDnow. „Künftig ist auch vorstellbar, dass sich die Nutzer von Dating-Seiten identifizieren müssen“, sagt Bodczek im Gespräch mit Gründerszene und sieht darin Geschäftspotenzial.
Wichtiger Facebook-Manager finanziert das Startup
Auch die Belegschaft von IDnow soll kräftig wachsen, bislang beschäftigt das Startup 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon sind etwa 150 für die Identifizierung per Videochat zuständig. Felix Haas, Armin Bauer, Sebastian Bärhold und Dennis von Ferenczy hatten das Startup 2014 gegründet und haben verschiedene Management-Rollen im Unternehmen. Zu den Wettbewerbern von IDnow gehören etwa der Service Postident und das Startup WebID.
Im Mai 2018 war der Banknoten-Spezialist G+D Mobile Security mit einem einstelligen Millionenbetrag als strategischer Investor bei IDnow eingestiegen. Wie jetzt bekannt wurde, gab es zum Jahreswechsel eine kleinere Finanzierungsrunde. Dabei stiegt der bekannte Facebook-Manager Martin Ott beim Münchner Startup ein.
Bild: Gründerszene/Chris Marxen – Headshots-Berlin.com