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Mit weniger Alu: Die Berliner Gründerin, die Bio-Glitzer verkauft

Gründerin Jeen Low (links) glaubt, dass Glitzer dabei hilft, neue Leute kennenzulernen.
Lifestyle-Magazine veröffentlichen beinahe jeden Sommer Tipps, wie sich Wangenknochen, Dekolleté und Haarscheitel am besten mit beglitzern lassen. Der Gold- und Silber-Look gehört für viele Festivalgänger zum Outfit dazu. Der Nachteil: Die Partikel bestehen aus Plastikstreifen, die mit Aluminiumfolie umzogen und damit nicht gerade umweltverträglich sind. 
Das Berliner Startup Projekt Glitter will deshalb nachhaltiges Party-Make-up vertreiben. Seit Anfang 2017 verkauft die 33-jährige Gründerin Jeen Low nach eigener Aussage biologisch abbaubares Glitzer. Die Öko-Partikel werden aus Zellulose, einem Pflanzenbestandteil, und natürlich eingefärbter Alufolie hergestellt. Das Aluminium mache 0,1 Prozent des Produkts aus, so Low im Gespräch mit Gründerszene.
20 Mal so teuer wie Plastikglitzer
Das pflanzliche Glitzer bezieht Gründerin Low von einem britischen Produzenten, der verschiedene Partikelgrößen liefert. Das Startup verpackt die Mischungen in Glasröhrchen und bietet sie Kunden im Onlineshop und einigen Concept Stores an. Ein teurer Spaß: Ein Set aus vier Gläschen zu je zwei Gramm losem Bio-Glitzer kostet 16 Euro, etwa 20 Mal so viel wie die konventionelle Plastikvariante.
Nachdem Projekt Glitter auch farbiges Gel auf Aloe-Vera-Basis auf den Markt gebracht hat, arbeitet es gerade eigenen Angaben zufolge an nachhaltigen Körper- und Gesichtsstickern mit Strass. Doch kaufen die Kunden diese Produkte auch außerhalb der Festivalsaison? „Im Sommer ist definitiv am meisten los“, so Gründerin Low. Auch zur Weihnachtszeit und Silvester steige die Nachfrage. Das Startup werde aber auch für Firmenevents und Festivals gebucht. Gerade bereite Projekt Glitter den Einstieg auf dem australischen Markt vor, wo die Jahreszeiten entgegensetzt zu den europäischen fallen. Kunden habe das Startup dort bereits, so Low.
Low hat das Startup 2016 gegründet und nebenbei als Produktentwicklerin in Tech-Firmen gearbeitet. Seit diesem Jahr kümmert sie sich in Vollzeit um ihre Firma. Vier Angestellte habe sie mittlerweile. In den Sommermonaten setze Projekt Glitter einen hohen vierstelligen Betrag um, sagt Low. Marketing habe sie dafür bisher kaum gemacht. Ihr nächstes Ziel: das Öko-Accessoire bei großen Händlern platzieren.

Bild: Projekt Glitter