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Nach Rückzug: Foodora schuldet australischen Fahrern Löhne in Millionenhöhe

Rund 1.700 Foodora-Fahrer warten noch auf acht Millionen australische Dollar.
Umgerechnet fünf Millionen Euro müsste Foodora seinen Kurieren in Australien rückwirkend zahlen, das berichten lokale Medien. Der Grund: Das Unternehmen hatte den Großteil seiner Fahrer als Freiberufler beschäftigt, dabei war der Essenslieferdienst ihr einziger Arbeitgeber. Laut des Nachrichtensenders ABC stünden den ehemaligen Mitarbeitern Rentenzahlungen und Ausgleichsbeträge für Krankheitstage zu.
Obendrein beschweren sich die Fahrer, dass sie unterbezahlt waren. Laut ABC hat Foodora seine Lieferkuriere nicht nach Zeit, sondern pro Lieferung bezahlt. Pro Bestellung gab es demnach etwa 4,30 Euro (sieben australische Dollar). Waren die Fahrer auf Abruf bereit, haben aber keinen Lieferauftrag von Foodora bekommen, wurden sie für diese Zeit auch nicht bezahlt.
Im August 2018 hatte sich Foodora aus dem Markt zurückgezogen und wenige Tage nach der Ankündigung mit seiner australischen Gesellschaft Insolvenz angemeldet. Im November wurde erstmals öffentlich, dass die ehemaligen Mitarbeiter Forderungen in Millionenhöhe stellen. Die höchste Summe einer Einzelperson soll etwa 74.000 Euro (120.000 Dollar) betragen, so die Fahrergewerkschaft Transport Worker’s Union. Laut der Organisation verlangten jedoch nur 1.700 der betroffenen 5.500 Lieferkuriere im Nachhinein Geld von ihrem alten Arbeitgeber. Theoretisch müsste der Betrag weitaus größer sein, so die Gewerkschaft.
Auch die Finanzämter fordern noch zwei Millionen
Nach monatelangen Streits sollen die Fahrer ihr Geld noch in dieser Woche erhalten, so ein Foodora-Sprecher gegenüber Gründerszene und NGIN Food – allerdings nur weniger als ein Drittel der geforderten Summe. Das heißt konkret: Für jeden Dollar, den Foodora seinen ehemaligen australischen Mitarbeitern schulden soll, zahlt der Lieferdienst 29 Cent aus. Darauf müssen die Lieferkuriere noch Steuern zahlen.
Die Essensplattform habe im Rahmen eines sogenannten Verwaltungsverfahrens beschlossen, dass die australischen Freiberufler rückwirkend einen Anspruch auf Lohn hätten, äußert sich der Lieferdienst auf Nachfrage von Gründerszene und NGIN Food dazu. Delivery Hero hat seiner Tochterfirma daher eine Anleihe in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro (drei Millionen Dollar) zur Verfügung gestellt, um die Forderungen begleichen zu können. Nach Abzug der Kosten für den Insolvenzverwalter bleiben 1,4 Millionen Euro (2,27 Millionen Dollar) für die Fahrer übrig, heißt es bei ABC.
Ende 2018 wurde außerdem bekannt, dass der pinke Lieferdienst der Finanzverwaltung dreier Bundesstaaten sowie der australischen Steuerbehörde Lohnsteuern in Höhe von knapp zwei Millionen Euro (rund 3,1 Millionen Dollar) schuldet. Von Foodora heißt es auf Nachfrage, dass mit den laufenden Zahlungen sämtliche Forderungen an australische Fahrer und dritte Parteien beglichen wurden.

Verkauf des Deutschlandgeschäfts:

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Das Berliner Lieferunternehmen verkauft sein Deutschlandgeschäft für fast eine Milliarde an Takeaway, sieben Millionen davon fließen an die Mitarbeiter.

Bild: Getty Images / Bernard Weil / Contributor