- Perspektive

Patagonia „Power Vest“: Jeder im Valley will diese Weste – aber sie wird nicht mehr jedem verkauft

Die meisten Modemarken freuen sich, wenn bekannte Menschen ihre Kleidung tragen und sie damit bei anderen Kunden begehrt machen. Was aber, wenn die Firmenphilosophie der Marke so gar nicht zu dem Prominenten passt, der sie trägt?
Eine einfache, eher unauffällige Weste hat es in die Welt der Superreichen geschafft. Jeder im Silicon-Valley, der sie noch nicht hat, will sie haben. Die sogannte „Power Vest” ist zur Uniform der Tech- und Finanzbranche geworden. Wer nicht ganz so spießig wirken will, zieht statt Sakko eine solche Fleece- oder Steppweste über sein Hemd.
Besonders beliebt sind die Westen der Outdoor-Bekleidungsfirma Patagonia. Diese steht jedoch eigentlich für das Gegenteil der neoliberalen und am Profit orientierten Tech- und Finanzwelt. Patagonia ist bekannt dafür, dass die Kleidung ökologisch und fair produziert wird. 
Keine Großkunden aus Silicon Valley und Wall Street mehr
Umso verwunderlicher, dass es die Weste des Herstellers in eine Welt geschafft hat, deren Prinzipien Patagonia ablehnt. Das sahen die Verantwortlichen bei Patagonia offenbar ähnlich und reagierten nun auf die wachsende Nachfrage. Nun werden ihre Liebhaber aus dem Silicon-Valley und von der Wall Street Schwierigkeiten haben, eine solche Weste, die am liebsten mit entsprechenden Firmenlogo getragen wird, zu bekommen. 
Patagonia wird künftig keine Großbestellungen mehr von Kunden annehmen, die ganz offensichtlich nicht die Werte der Bekleidungsmarke teilen. In einer Mail an Binna Kim, Chefin einer Investment-Firma, erklärte das Unternehmen:

The end of the #fintech uniform?! Farewell #patagonia vests. pic.twitter.com/3PpykELkZb
— Binna Kim (@binnaskim) 1. April 2019

Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1973 hat sich Patagonia immer wieder mit ökologischer und sozialer Verantwortung auseinandergesetzt. Die Bekleidungsmarke ist Mitbegründer des internationalen Zusammenschlusses „One Percent for the Planet”. Die beteiligten Unternehmen spenden freiwillig ein Prozent ihres Gesamtumsatzes oder zehn Prozent des Gewinns an Umweltorganisationen. 
Der Instagramm-Account Midtown Uniform macht sich über die Männer in Westen lustig:

Dieser Artikel erschien zuerst bei Business Insider Deutschland.

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Bild: Getty Images / Drew Angerer