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Startup-Mentalität: Warum Konzernchefs öfter wie Gründer denken sollten

Kleine Teams arbeiten besser und können Ideen schneller umsetzen.
Große Unternehmen wirken im Vergleich zu Startups immer ein wenig starr und bieder. Während junge Unternehmen schnell auf sich verändernde Märkte reagieren können, brauchen Konzerne dafür wesentlich mehr Zeit. Matt Hulett kennt beide Welten. Zurzeit arbeitet er beim US-Softwarekonzern Rosetta Stone und hat davor mehrere Startups erfolgreich gemacht. In einem Artikel für das Wirtschaftsmagazin Forbes gibt Hulett Tipps, was Konzerne von Startups lernen können.
Sein Konzept besteht aus folgenden Komponenten, die große Unternehmen nutzen sollten, um Innovationen voranzutreiben. Nur so könne sich eine Firma im knallharten Wettbewerb um das beste Produkt behaupten.
Kleine Teams sind schneller
Je größer desto besser? Stimmt nicht, schreibt Hulett. Als Beispiel führt er die „2-Pizzen-Regel“ an, die Amazon-Chef Jeff Bezos etabliert hat. Demnach sollte das Team in einem Meeting nur so groß sein, dass es von zwei Pizzen satt werden kann.
Führungskräften empfiehlt Hulett, dem Team zwar Alltagsentscheidungen zu überlassen, aber trotzdem regelmäßige Check-Ins zur Kontrolle einzuplanen. Am Ende werde man überrascht sein, wie schnell und agil kleine Projektgruppen arbeiten können.
Verantwortung abgeben
Das Top-Down-Denken in Unternehmen steht laut Hulett Innovationen im Weg. Wenn ein Team nur darauf warte, dass eine Führungskraft jede Entscheidung von der Strategie bis zum Produkt steuere, unterdrücke sie dadurch nur Kreativität und Verantwortlichkeit.
Die Rolle einer Führungskraft sollte laut Hulett darin bestehen, den Mitarbeitern zu sagen, was sie tun sollen und nicht, wie sie es tun sollen. Auch wenn Chefs Einblicke in Abläufe haben müssen, sollten sie sich bei Entstehungsprozessen zurückhalten.
Große Erwartungen bringen große Ergebnisse
Startups werden laut Hulett selten von Geld, sondern mehr von Visionen angetrieben. Auch das können sich große Unternehmen zunutze machen. Sie sollten kleine und begrenzte Budgets für Produkt- oder Entwicklungsteams bereitstellen.
Noch mehr: Sie könnten sogar mit sogenannten BHAGs (big hairy audacious goals) – schwierig zu erreichenden Zielen – arbeiten. So könne ein Gefühl der Dringlichkeit bei Projekten wie bei denen von Startups geschaffen werden.
Zum Schluss appelliert Hulett an eine „Kultur der Transparenz und der Innovationsfähigkeit“. Er fordert Führungskräfte großer Unternehmen auf, sich die Struktur in der eigenen Firma genau anzuschauen und Hindernisse zu erkennen. Ein großes Unternehmen müsse sich nicht wie ein solches verhalten, schreibt er. „Nutzen sie eine Startup-Mentalität, um ihre Unternehmensstrukturen zu durchbrechen und Projekte auf die nächste Stufe zu heben.“
Bild: Hinterhaus Productions/Getty Images