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Wagniskapital: In deutsche Startups fließen mehr Millionen als je zuvor

Drei, die 2019 schon Mega-Summen einsackten (v.l.): Johannes Reck (Getyourguide), Christian Henschel (Adjust) und Valentin Stalf (N26).
Startups in Deutschland sammelten in der ersten Jahreshälfte 2019 so viel Wagniskapital ein wie in keinem Halbjahr zuvor. Das berichtet das Manager Magazin mit Bezug auf eine Studie von Ernst & Young. 2,8 Milliarden Euro flossen demnach insgesamt in deutsche Jungfirmen, das sind 13 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2018. Auch die Zahl der Finanzierungsrunden stieg, sie lag in diesem Jahr bisher bei 332. Im Vorjahreszeitraum waren es 19 Prozent weniger.
Mehr als ein Drittel (131) dieser Runden wurde in Berlin abgeschlossen. Insgesamt steckten Investoren 2,1 Milliarden Euro in Firmen aus der Hauptstadt. Die Summe liegt fast 30 Prozent über der des Vorjahreszeitraums.
In Bayern dagegen sank die Investmentsumme drastisch. 204 Millionen Euro und damit 42 Prozent weniger Geld als im Vorjahr sammelten bayerische Startups im ersten Halbjahr 2019 ein. Das liegt laut Studie daran, dass es dort weniger Runden mit sehr hohem Volumen gab. Im ersten Halbjahr 2018 hatte beispielsweise das Münchner Startup Celonis noch 50 Millionen Euro eingesammelt.
E-Commerce interessiert Investoren weniger
Das Nachsehen hatten in letzter Zeit E-Commerce-Startups. Insgesamt floss deutlich weniger Geld in sie – 208 Millionen statt eine Milliarde Euro. Mehr Geld gab es für Fintech-, Mobility-, Software- und Health-Startups. Eine der größten Runden des ersten Halbjahres 2019 war beispielsweise das 260-Millionen-Investment in die Online-Bank N26. Das Reise-Startup Getyourguide sammelte noch mehr ein, 428 Millionen Euro. Die Firma Adjust bekam 200 Millionen Euro.
Von den USA ist Deutschland trotz der Rekord-Investmentsumme weit entfernt: In US-Startups flossen allein im ersten Quartal 2019 27 Milliarden Euro (30,8 Milliarden Dollar).
Bilder: Chris Marxen für Gründerszene / Getty Images / Noam Galai